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Schmerzcoaching··6 Min Lesezeit

Schmerz ist keine Krankheit — sondern eine Information

Warum Du Schmerz nicht bekämpfen, sondern lesen lernen solltest — und was das mit Mobilität, Atmung und Bewegungsmustern zu tun hat.

Mobilitätsarbeit am Schultergelenk während einer Coaching-Session

Wenn jemand mit Schulter-, Rücken- oder Knieschmerzen zu mir ins Coaching kommt, ist die häufigste Erwartung: Wir machen jetzt etwas — am besten genau dort, wo es weh tut. Das ist verständlich. Es ist meistens trotzdem der falsche Ansatz.

Schmerz ist ein Signal, kein Defekt

Schmerz entsteht in den seltensten Fällen genau dort, wo die Ursache liegt. Eine Schulter, die ständig zwickt, hat oft ein blockiertes Brustwirbelsäulen-Segment im Hintergrund. Knie reagieren auf unbewegliche Hüften. Der Lendenwirbel-Bereich auf eine Atmung, die seit Jahren flach im Brustkorb passiert.

Das heisst nicht, dass akute Verletzungen nicht ärztlich abzuklären sind — das tun wir bei jedem Klienten und mit klarer Abgrenzung. Aber für all die Beschwerden, die nicht auf eine konkrete Diagnose zurückfallen, gilt: das Symptom ist nicht das Problem.

Drei Fragen, die wir im Schmerzcoaching stellen

  1. Wo bewegt sich Dein Körper nicht — und seit wann?
  2. Welche Bewegungsmuster vermeidest Du, ohne es zu merken?
  3. Wie atmest Du? (Spoiler: meistens viel zu hoch und viel zu wenig)

Aus diesen drei Fragen entsteht der eigentliche Plan. Wir arbeiten mit Mobilität, manueller Mobilisation, Atmung — und manchmal mit Krafttraining, das paradoxerweise mehr Linderung bringt als Schonung.

Wer den Schmerz nur unterdrückt, verliert die Information, die der Körper sendet.
— Telat Salcan

Was Du selbst sofort tun kannst

  • Beobachte 24 Stunden lang, in welchen Positionen Dein Schmerz schlimmer wird — und in welchen besser.
  • Notiere drei Bewegungen, die Du im Alltag vermeidest (Bücken, Überkopfreichen, Drehen).
  • Achte zwei Minuten am Tag bewusst auf Deine Atmung. Geht sie in den Bauch oder bleibt sie im Brustkorb?

Diese drei Punkte ersetzen kein Coaching — aber sie zeigen Dir, dass Schmerz lesbar ist. Sobald Du das Muster verstehst, lässt es sich verändern.

Themen

  • Schmerz
  • Mobilität
  • Bewegung
  • Coaching
Portrait Telat Salcan

Autor

Telat Salcan

Personal Trainer & Coach

Praxis statt Theorie

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